Bei Aphasien handelt es sich um erworbene Sprachstörungen nach Abschluss der kindlichen Sprachentwicklung; d.h. Die Sprache wurde zuvor vollständig entwickelt und zeigt jetzt, während oder nach einer Erkrankung, Auffälligkeiten innerhalb des Sprachsystems.

Im Gehirn sind für die Sprachverarbeitung im Wesentlichen zwei Zentren (Broca- und Wernicke-Zentrum) verantwortlich; diese Zentren sind bei den meisten Menschen auf der linken Hirnhälfte lokalisiert.

Bei Schlaganfällen (Gefäßverschluß und/oder Blutung), Schädel-Hirn-Traumen oder neurologischen Erkrankungen (z.B. Tumore) kann es unter anderem zu Störungen in der Sprache kommen. Dabei sind, je nach Ort und Ausmaß der Schädigung, das Verstehen und die Bildung von Sprache in unterschiedlichen Ausprägungen beeinträchtigt.

 

Aphasieformen:

-Amnestische Aphasie (leichte flüssige Sprachstörung)

-Broca Aphasie (mittelschwere, nicht-flüssige Sprachstörung)

-Wernicke Aphasie (mittelschwere, flüssige Sprachstörung)

-Globale Aphasie (schwere flüssige oder nicht-flüssige Sprachstörung)

 

Diese unterschiedlichen Aphasieformen kann man erst nach der Akutphase klassifizieren.

Die ersten sechs Wochen der Sprachstörung nennt man Akutphase. In diesen sechs Wochen

können gute Verbesserungen der Sprachstörung erfolgen. Daher ist auch eine sofortige logopädische Behandlung in der Akutphase sehr wichtig. Erst danach kann die Aphasieform eingeteilt werden.

 

Wichtig: Bei Aphasien ist ausschließlich die Sprache gestört, das Denken/ die Intelligenz ist nicht beeinträchtigt!!

Allerdings wirken sich Sprachstörungen unmittelbar auf die Alltagskommunikation aus und bedeuten einen erheblichen Einschnitt im Umgang mit Partnern, Familie und Freunden. Die eigenen Gedanken und Empfindungen können sprachlich oder nicht-sprachlich nur noch bruchstückhaft oder gar nicht mehr vermittelt werden.

Bei Aphasien treten Sprachverständnisstörungen in der gesprochenen und/ oder in der geschriebenen Sprache auf. Bei leichten Sprachstörungen ist, manchmal nicht ganz so offensichtlich, das Verstehen komplexer Inhalte erschwert. Da die Patienten viel über Mimik und Gestik und Schlüsselwörter verstehen.

Im Gegensatz dazu, können bei schweren Sprachverständnisstörungen nur noch einfache, kurze Hauptwörter verstanden werden.

Bei Wortfindungsstörungen (das schnelle Finden von Wörtern ist gestört), kommt es zu Satzabbrüchen oder zu Umschreibungen („nicht auf den Punkt kommen“).Es werden auch Wörter mit falscher Bedeutung benutzt oder neue Wörter ohne Bedeutung gebildet.

Bei sehr schweren Aphasien kann das Finden von Wörtern so schwer betroffen sein, dass nur noch einzelne Wörter bis hinzu einzelne Laute gebildet werden können.

Häufig kommt es zu kaum kontrollierbaren Laut-, Lautketten- oder Wortautomatismen (z.B. „ la la la “).

Auf der lautlichen Ebene kann es zu einzelnen Lautvertauschunten (statt „Theke“: „Kethe“) oder Lautauslassungen ( statt „Frau“: „Fau“) bis hin zur völligen Entstellung des Wortes ( statt „Tisch“: „Ploks“) kommen.

Gleiches gilt für das Schreiben und Lesen.